Funktion/Beschreibung
Der Name Reverse-Roll-Coater wurde dem System gegeben weil die antragende Walze im Gegenlauf zur Warenbahnbewegungsrichtung arbeitet. Das System besteht grundsätzlich aus drei Walzen, die entweder vertikal in einer Linie übereinander oder in einer S-Form angeordnet sind. Der Beschichtungsrohstoff wird zwischen den beiden oberen Walzen eingebracht und über beidseitig angeordnete Begrenzungsrakel im Walzenspalt gehalten.Durch den Abstand der oberen Dosierwalze und der Beschichtungswalze zueinander, als auch durch Variation der Geschwindigkeit der Walzen zueinander, kann das Beschichtungsgewicht definiert werden. Die untere materialführende Walze ist meist eine gummierte Walze. Die Beschichtungswalze überträgt den auf ihr befindlichen Kunststofffilm im Gegenlauf auf das Substrat. Jede Walze ist bei diesem Antragssystem separat angetrieben. Standardmäßig ist die Geschwindigkeit jeder Walze um ca. 50 % variierbar. Die Drehrichtung der oberen Walze kann dabei reversierbar realisiert werden.
Aufgrund der vielen Einstellmöglichkeiten wird der Auftrag wahlweise über den Spaltabstand, die Rotationsgeschwindigkeit der Walzen und die Relativgeschwindigkeit der Walzen zueinander definiert. Durch die Änderung der Relativgeschwindigkeit zwischen den Walzen und zwischen der antragenden Walze und dem Substrat, kann die Beschichtungsstärke ebenfalls beeinflusst werden. Der Reverse-Roll-Coater wird für die Verarbeitung von gut fließenden, niedrig-viskosen Pasten eingesetzt. Dilatante Pasten, das heißt Beschichtungsrohstoffe deren Viskosität mit höheren Scherkräften zunimmt, sowie hochviskose Pasten sind wegen der auftretenden hohen Scherkräfte nicht verarbeitbar. Sehr dünne Aufträge sind durch die beschriebene Technologie möglich.
Beschichtungsgewichtsvariation
- 2 bis 500 g/m²
Viskositätsbereich [mPas]
- 100 - 50 000
Anwendungsbeispiele
- Selbstklebende Folien
- High-Solid-Produkte
- PVC-Beschichtung


